28.05.2020

Von der Blutbachquelle

Heute trieb es mich zu Blutbachquelle, einem Ort, den ich zuletzt vor einigen Jahren besucht habe und mit dem ich immer Nixen und Feen, Elfen und Wassermänner verbinde. Still lag der Tümpel sonst da, an diesem magischen Ort, der aber auch eine sehr dunkle Seite hat.

Die Schlacht am Süntel im Jahre 782 war ein militärischer Höhepunkt der Sachsenkriege. Man hat die Leichen der Toten in den Tümpel geworfen um die Menschen im Tal zu warnen und der abführende Bach hat sich vom Blut der Erschlagenen rot gefärbt, warnte so die Menschen und wird bis heute Blutbach genannt.

Und auch diese Energien schwingen bis heute im Gedächtnis des Landes nach. Als ich heute dort ankam, war ich zutiefst schockiert! Die Quelle ist versiegt. Ausser etwas wenig Pfützenwasser war alles trocken. Still und verwaist lag dieser einstmals zauberhafte Ort da, einzig die Vögel schienen ihm die Treue zu halten, obwohl offensichtlich eher aus dem Bedürfnis nach Wasser heraus. Während ich selbst fassungslos dort saß, sah ich immer wieder Meisen und Gimpel zur ehemals sprudelnden Pforte der Quelle fliegen, sich auf den Ästen, die dort über den Ablauf gelegt waren niederlassen und prüfend das Gestein beäugen, ob denn nicht so nicht etwas köstliches Nass für sie zu finden sein… aber nichts kam. Oh Mensch, was tust du nur? Wie kannst du so schrecklich mit deiner Heimat umgehen? Erkennst du nicht, wie alles verbunden ist?

Nachdem ich meinen ersten Schock überwunden habe, ging ich in die Verbindung, räucherte und holte meine Flöte heraus. Die Alte Weise wollte spielen. Und das tat ich… Ich spielte und spielte. Und spielte so lange, bis ich ich wusste, es war gut.

Heute bau ich keine Flöten.

Patricia - 15:50:48 | Kommentar hinzufügen