Flötenwesen
                            

20.06.2019

Von Mittelaltermärkten und Flötenkindern

Ich mag es am allerliebsten, wenn die Menschen sich in Begeisterungsstürmen den Flöten gegenüber ergehen (Mutterstolz mag ich das jetzt nennen – und ja, wer mag das nicht). Aber (!) das ist unabhängig davon, ob diese Menschen etwas kaufen (NATÜRLICH freue ich mich darüber, wenn sich jemand unsterblich verliebt). Es ist eine wunderschöne Art der Wertschätzung gegenüber dem, was ich tue und es berührt mein Herz. Auf dem letzten Mittelaltermarkt brachte mich eine Frage dann jedoch für den Moment in arge Bedrängnis, denn ich hatte keine Antwort parat (so was mag ich gar nicht!!!!). Die Frage war, wo denn mein Bezug der Flöten zum Mittelalter wäre. Im ersten Moment war ich ziemlich baff, druckste dann aber schnell herum, dass Flöten neben Rasseln und Trommeln zu den ältesten Musikinstrumenten der Menschheit gehören. Aber das klang selbst in meinen Ohren ziemlich lahm. Blabla. Natürlich kann ich auch die verschiedenen Bauweisen erläutern, aber ich glaube, das hab ich in dem Fall nicht getan. Ich war einfach zu perplex.

Ja, wo ist mein Bezug zum Mittelalter? Was berechtigt mich, mit den Flötenkindern von Markt zu Markt zu ziehen und Freude unter den Menschen zu verbreiten? Ich weiß es nicht. Diese Flöten sind angelehnt an die indianische Bauweise, aber aus heimischen Hölzern mit der Energie der verwendeten Bäume versehen. Nein, keine Knochenflöten. Ich kann die Energien oft nicht gut aushalten. Und nein, keine klassischen Blockflöten. Muss das denn sein? Flöten gibt es, so lange es Menschen gibt und von jeher wurden sie (in welcher Variante auch immer) als Verlängerung von Atem und Stimme gesehen. Seit der Steinzeit wurde der Flöte eine magische Kraft zugesprochen. Götter und Geister, Wind und Wetter, die Liebe und noch viel mehr, konnten durch den Klang einer Flöte beeinflusst werden. Der Weg in die andere Welt wurde so begleitet. Auf zarten Schwingen entschwand die Seele, begleitet von Tönen, getragen vom Wind.

Und magisch ist das Flötenspiel.
Der erste Ton, für den du dich ihr hingibst, deinen Atem gibst, das ist Magie.  Und da ist es egal, wie vielen Flötenkindern du auf die Welt geholfen hast, es bleibt Magie. In der Adventszeit des letzten Jahres habe ich auf einem Adventsbasar mit den Flöten gespielt. Und die Reaktionen der Menschen war so schön: sie hielten inne, Gesichter begannen zu strahlen. Ist das meine Berechtigung, über die Mittelaltermärkte zu ziehen? Herzen berühren?
Im letzten Jahr auf dem Markt in Warendorf stand ein junger Mann an meinem Stand. Er spielt sonst Digeridoo, nun spielte er eine Haselflöte. Und was für Töne er ihr entlocken konnte – verrückt!!!! Ich schmolz dahin vor Begeisterung. Aber das größte Geschenk machte er mir. Es waren seine Worte, die mir bis heute im Herzen klingen: „Mach weiter mit dem was du tust, die Welt braucht solche Menschen wie dich.“ Danke, du unbekannter Seelentröster. Ich denke an dich, wenn die Zweifel überhand nehmen.

Patricia - 11:42:26 | Kommentar hinzufügen

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