Flötenwesen
                            

20.06.2019

Vom Krafttier - und als es mir im Nacken saß…

Eine Geschichte, an die ich mich immer sehr gerne erinnere, ist die Geschichte von der Krafttierpfeife. Ende 2017, also noch sehr zu Beginn meiner Flötenwesenzeit, bekam ich über Facebook eine Anfrage von einer schamanisch wirkenden Dame. Sehr freundlich fragte sie an, ob ich ihr eine Pfeife für ihr Krafttier bauen kann. Ich muss gestehen, ich fühlte mich in meiner Ehre ein wenig gekränkt. Eine Pfeife. Ich baue Flöten und keine Pfeifen. Der Klang des Wortes „Pfeife“ hat übrigens nach wie vor etwas Negatives für mich. Wie schnell bezeichnen wir im Alltag jemanden als „Pfeife“? Ich also nun als Pfeifenbauerin? Nein, auf keinen Fall. Sehr nett (glaube ich) habe ich ihr zurück geschrieben, dass ich Flöten baue und wenn sie eine Flöte für ihr Krafttier haben möchte, könne sie mich sehr gerne kontaktieren, ich würde ihr dann sehr gerne weiterhelfen. Eine Pfeife… Pfffft….

Natürlich kam es anders, denn sonst würde ich es jetzt hier nicht beschreiben. Diese Pfeife saß mir irgendwie im Nacken. Ständig. Permanent. Nervig. Ich stürzte mich in den Flötenbau, aber es blieb – die Pfeife. Ständig wuselte sie mir zwischen den Synapsen herum und alle meine Gedanken kehrten zurück zu ihr, egal was ich auch tat. Ob ich im Wald unterwegs war, ein Buch las, oder was auch immer – alles lief auf die Umsetzung dieser Krafttierpfeife hinaus. Ich kapitulierte – und dachte: ich kann’s ja mal ausprobieren. In meinem Nacken und in meinem Geist jubelte der Spirit… Es waren übrigens die Raunächte 2017.

Am 31.12. begann ich eine kleine Birkenpfeife, kurz, knackig, mit nur einem Tonloch und einer gefundenen Falkenfeder zu fertigen. Der Wunsch der schamanisch wirkenden Dame war, dass diese Pfeife sich anhört wie der Schrei ihres Krafttieres, des Falken. Ich selbst war sehr unsicher, ob sie nun auch den typischen Ruf des Falken träfe. Aber was blieb mir übrig, als zu vertrauen? Schließlich hatte mich ihr Krafttier die ganze Zeit begleitet und dafür gesorgt, dass dieser Wunsch umgesetzt wurde. Nachdem die Pfeife so weit war, dass ich sie zeigen konnte, habe ich ihre Hüterin kontaktiert und gefragt, ob sie immer noch Interesse habe. Ich hätte ihre Pfeife fast fertig – dank ihres Krafttieres, das mich unbarmherzig getrieben hat. (Ok, ganz so schlimm war es nicht.) Sie hatte. Es entspann sich ein netter Dialog zwischen Porta Westfalica und Österreich mitten im Wald. Ich finde es immer sehr schön, wenn ich mehr über die Hüter erfahren darf. Dafür sind die Plattformen der sozialen Medien einfach wunderbar geeignet. Dort treffe ich auf Menschen, die genauso ver-rückt sind wie ich.

Patricia - 13:26:49 | Kommentar hinzufügen


 
 
 
 
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